Altar und Ambo

Altar und Ambo bilden seit dem II. Vatikanischen Konzil den zentralen Ort in der Kirche. Er soll – wie es in der betreffenden Konstitution heißt - „für die Durchführung der liturgischen Handlungen und die Verwirklichung der tätigen Teilnahme der Gläubigen geeignet“ sein.

Bei der Renovierung und Erweiterung der Kirche im Jahre 1976 ist – diesem Liturgieverständnis entsprechend – die zweistufige Chorinsel um etwa 3 m in die Vierung vorgezogen worden, damit Altar und Ambo in das optische Zentrum der Kirche rücken konnten und von allen Plätzen der kreuzförmig angeordneten Bankreihen einzusehen sind.

Die Ausschreibung für die Gestaltung der beiden „Tische“ hatte der Bildhauer Paul Brandenburg aus Berlin gewonnen. Sein ursprüngliches Konzept mit einer zusätzlichen Stele in der Mitte der hinteren Wand des Chores ist wenige Jahre später aufgegeben worden.

Als Material wählte der Künstler Muschelkalkstein, ein Material, das eine lebendige Oberflächenbearbeitung ermöglicht. Die Steine hat er unten mit einer Kehlung versehen, so dass sie aus dem Boden „zu wachsen“ scheinen.

Der Altar weist als „Tisch des Mahles“ keinerlei Kanten auf. Die Platte nimmt mit den abgeschrägten Ecken die Grundform des Chores auf; in sie sind fünf Kreuze eingeschlagen – Symbol für die fünf Wunden Christi. Im Fuß ist ein Relief gestaltet, das – wie der Künstler es selbst formuliert – auf Christus und seine Erscheinung in der Eucharistie hinweist: Kreuz, Ähren und Trauben. Paul Brandenburg ist es gelungen, diesen zentralen Ort der Eucharistiefeier als ein ausdrucksstarkes Zeichen der Gemeinschaft mit Christus zu gestalten.

Das Ambo (von griech. anabainein = hinaufsteigen) nimmt als „Tisch des Wortes“ die Form und Gestaltung des Altares auf. Auf diese Weise wird die enge Beziehung der beiden wichtigsten Plätze für die Messfeier besonders deutlich. Das Relief zeigt die Flammen des Heiligen Geistes, die aus dem Stein hervorzubrechen scheinen. Im Gegensatz zu dem eher statischen Bildwerk des Altares wirkt es besonders dynamisch.

Altar und Ambo bestimmen das Bild des Chores ohne die beiden anderen wichtigen Gegenstände dort (Taufstein und Tabernakel) zu „erschlagen“. Eine gelungene Gestaltung, die der Aufgabe, die die beiden Tische haben, in besonderer Weise gerecht wird.

Du bist das Brot,
das den Hunger stillt,
du bist der Wein,
der die Krüge füllt,
du bist das Leben,
du bist das Leben,
du bist das Leben, Gott.

Du bist das Wort,
das uns Antwort gibt,
du bist ein Gott,
der uns Menschen liebt,
du bist das Leben,
du bist das Leben,
du bist das Leben, Gott.

Lied im Gotteslob
Nr. 868, 1.+8. Str.

Text:
Thomas Laubach,
Winfried Pilz