Das Kreuz an der Rückwand der Kirche

Das große Kreuz (140 x 120 cm bei einer Tiefe von 20 cm) an der Rückwand der Kirche hat an der Stelle nicht immer gehangen. Vor dem letzten Kirchen-Umbau war es über der Sakristeitür, davor über dem Mittelaltar angebracht.

Es handelt sich um ein Holzkreuz auf einem dunkelrot lackierten Balken, der an den Enden gezackt und mit 2 goldfarben gestrichenen Erhebungen als Schmuckelement gefasst ist. Als Herstellungszeit wird das erste Viertel des vorigen Jahrhunderts angenommen, der Künstler ist nicht bekannt.

Der Korpus ist im vier-Nagel-Typus auf dem Balken angebracht; dabei stehen die Füße parallel nebeneinander auf einem Keil. Der schlanke, mit einem knielangen Lendentuch, bekleidete Körper macht so auch den Eindruck, als hinge er nicht, sondern stünde angenagelt an dem Kreuz.  Das Haupt ist nicht gesenkt, nur ganz leicht nach vorn geneigt. Es ist umrahmt von schulterlangem, in der Mitte gescheitelten Haar, das von einer kleinen Dornenkrone quasi gehalten wird. Das Gesicht ist hager und von einem gestutzten Bart eingerahmt. Die Augen sind geschlossen, der Mund leicht geöffnet.

Dieser Gekreuzigte zeigt in seinem Ausdruck keine Spuren von den unsagbaren Qualen, die er durchzustehen hatte. Wir finden hier eine Art der Darstellung vor, wie sie im frühen Mittelalter bis zur Gotik üblich war: Jesus wurde am Kreuz als leidfreier selbstbewusster Gott in menschlicher Gestalt dargestellt. Entscheidend ist nicht das Durchlittene, entscheidend ist das Heilsgeschehen.

So will uns auch diese Darstellung in unserer Kirche sagen: „Das habe ich für dich getan, ich habe dich erlöst, ich bin bei dir.“

Das Kreuz Christi sei zwischen mir und dem Feind meiner Seele und des Körpers. Möge das Kreuz der Kreuzigung mich erretten. Möge das Kreuz der Kreuzigung mit dir sein. Das Kreuz Gottes sei zwischen uns und den Mächten des Bösen. Das Kreuz Gottes sei zwischen uns und dem Teufel. Das Kreuz Gottes sei mit mir und mit meiner Familie. Das Kreuz Gottes sei mit uns.

(Alter irischer Segensspruch)