Der Datums-Engel

Der Datums-Engel - wie Kurt Grohspietsch ihn getauft hat – ist nicht unbedingt ein Kunstwerk, das ausführlich besprochen werden muss. Aber er eignet sich als Ende des Bogens, der beginnend mit der Baugeschichte unserer Pfarrkirche geschlagen worden ist.

Das Relief aus getünchtem Stein an der Nordseite des Turmes ist etwa 110 x 70 cm groß und gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstanden. Es stellt einen halbfigürlichen Engel mit übergroßen Flügeln dar, der auf Wolken trohnt und ein aufgeschlagenes Buch hält, in das auf der linken Seite die Worte „Anno Domini“ - im Jahr des Herrn - und auf der rechten Seite mit den Jahren 1700, 1913 und 1976 drei für die bauliche Entwicklung des Gotteshauses bedeutsame Jahreszahlen eingeschlagen sind.

Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit:  eine Zeit zum Gebären und eine Zeit zum Sterben, eine Zeit zum Pflanzen und eine Zeit zum Abernten der Pflanzen, eine Zeit zum Töten und eine Zeit zum Heilen, eine Zeit zum Niederreißen und eine Zeit zum Bauen, eine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen, eine Zeit für die Klage und eine Zeit für den Tanz; eine Zeit zum Steinewerfen und eine Zeit zum Steinesammeln, eine Zeit zum Umarmen und eine Zeit, die Umarmung zu lösen, eine Zeit zum Suchen und eine Zeit zum Verlieren, eine Zeit zum Behalten und eine Zeit zum Wegwerfen, eine Zeit zum Zerreißen und eine Zeit zum Zusammennähen, eine Zeit zum Schweigen und eine Zeit zum Reden, eine Zeit zum Lieben und eine Zeit zum Hassen, eine Zeit für den Krieg und eine Zeit für den Frieden. Wenn jemand etwas tut - welchen Vorteil hat er davon, dass er sich anstrengt? Ich sah mir das Geschäft an, für das jeder Mensch durch Gottes Auftrag sich abmüht. Gott hat das alles zu seiner Zeit auf vollkommene Weise getan. Überdies hat er die Ewigkeit in alles hineingelegt, doch ohne dass der Mensch das Tun, das Gott getan hat, von seinem Anfang bis zu seinem Ende wieder finden könnte. Ich hatte erkannt: Es gibt kein in allem Tun gründendes Glück, es sei denn, ein jeder freut sich und so verschafft er sich Glück, während er noch lebt, wobei zugleich immer, wenn ein Mensch isst und trinkt und durch seinen ganzen Besitz das Glück kennen lernt, das ein Geschenk Gottes ist. Jetzt erkannte ich: Alles, was Gott tut, geschieht in Ewigkeit. Man kann nichts hinzufügen und nichts abschneiden und Gott hat bewirkt, dass die Menschen ihn fürchten.

Kohelet 3, 1-14