Die Glocken

Man sieht sie nicht, aber man hört sie und erfreut sich an ihrem Geläut. Dabei haben zwei der drei Glocken im Turm von St. Petronilla ein schon fast biblisches Alter. Und weil sie alt und wertvoll sind, entgingen die beiden ersten Glocken auch dem Einschmelzen während der beiden Weltkriege, die dritte ereilte dieses Schicksal, sie wurde 1976 durch die Johannes-Glocke ersetzt.

Die Petronilla-Glocke

Man sieht sie Die älteste der drei Glocken tut nun schon fast ein halbes Jahrtausend ihren Dienst. Sie wurde 1512 von dem berühmten Glockengießer aus Münster, Wolterus Westerhus, gegossen.

Was muss das für ein Ereignis für die damals kleine Handorfer Gemeinde gewesen, als diese Glocke unmittelbar neben der Kirche entstand. Glocken wurden früher an ihrem Verwendungsort gegossen, weil man sie nicht über große Strecken transportieren konnte.

Unsere Petronilla-Glocke hat einen Durchmesser von etwas mehr als einem Meter und wiegt 670 kg. Schlagton ist „fis“. Sie trägt die Inschrift: „Petronella vocor, jubila quoque voce sonabo cogo sonans homines ad pietatis opus. Wolterus Westerhus me fecit an.dm. MDXII.“ Übersetzt: „Petronilla werde ich genannt, mit jubelnder Stimme werde ich ertönen, ich rufe die Menschen mit klingender Stimme zusammen zum Werke der Frömmigkeit. Wolterus Westerhus hat mich geschaffen im Jahre des Herrn 1512."

Die Pankratius-Glocke

Die Pankratius-Glocke wurde 1659 in Ergänzung zur ersten Glocke von Johann Kreft gegossen, Sie hat einen Durchmesser von 93 cm, wiegt 485 kg und und besitzt den Schlagton „a“. Sie ist mit einem ungewöhnlich schönen Ornament ausgestattet und trägt die Inschrift: „Orabis gloriose Pancrati deum pro nobis. Johan Krefet me fecit anno 1659.“ Das heißt auf Deutsch: „Du wirst Gott für uns bitten, ruhmreicher Pankratius. Johan Kreft hat mich gemacht im Jahr 1659.“

Die dritte Glocke

1831 erhielt St. Petronilla eine dritte Glocke. Sie trug die Inschrift: „Alexius Petit goss mich in Gescher, Kreis Coesfeld, 1831.“ Sie wurde im 2. Weltkrieg eingeschmolzen. 1976 kam die Johannes-Glocke als Ersatz; sie wiegt 373 kg, hat einen Durchmesser von 81,2 cm und den Schlagton „h“. Sie trägt zwei Inschriften: „Illum oportet crescere me autem minui (Joh 3, 30)“ („Er muss wachsen, ich aber muss kleiner werden“) und „Johannes Mark me fecit in honorem S. Joanis Baptistae anno MCMLXXVI sub parocho Joanne Tebroke +“ („Johannes Mark goss mich zu Ehren des hl. Johannes des Täufers im Jahre 1976 unter Pfarrer Johannes Tebroke“).

Ausschnitt von den Ornamenten der Pankratius-Glocke (1659)