Die kleine Madonna außen am Pfeiler links von der Sakristeitür

So mancher Kirchgänger geht achtlos an ihr vorbei, ohne sie eines Blickes zu würdigen, die kleine Madonna mit Kind am Außenpfeiler der Sakristei. Und das hat sie nicht verdient.

In der Morgensonne, wenn ein kleiner Schatten vom Rahmen des Bildes auf das Gesicht Mariens fällt, scheint sogar ein Lächeln über das in sich versunkene Gesicht zu huschen.

Die Entstehungszeit der nur 36 x 24 cm großen Plastik wird von Kunsthistorikern mit etwa 1850 angegeben, der Künstler ist nicht bekannt.

Neben den drei Immaculata-Darstellungen unserer Kirche und der Marien-Ikone unter der Orgelempore ist es das einzige Madonnenbildnis an St. Petronilla. Unter Madonnenbildnis (Madonna = it. „meine Dame“) versteht man in der abendländischen Kunst die Darstellung Mariens, der Mutter Jesu, meistens mit ihrem Sohn auf dem Arm.

So auch am Pfeiler der Sakristei: Maria - als Halbrelief ausgearbeitet - trohnt auf Wolken, die offenbar aus Bruchstein oder gemahlenem Stein hergestellt sind. Mit der linken Hand hält sie ihren Sohn fest, mit der rechten drückt sie den Kopf des Kindes an sich, ein Bild der Geborgenheit. Der Kopf der Mutter ist seitlich nach vorn geneigt und lehnt sich an den Kopf des Kindes an. In dem jungen Gesicht mit einer schmalen Nase sind die Augen geschlossen. Über der hohen Stirn liegt eine Art Kapuze von einem kurzen Obergewand, darüber ist ein weiteres Tuch geschlagen. Das Untergewand Mariens ist langärmlig.

Der fast barocke, kräftig herausgearbeitete Knabe mit dem Lockenkopf sitzt im Spagat auf der Mutter Schoß, das linke Bein nach vorn gestreckt. Der Kopf wird liebevoll von der Hand der Mutter gehalten. Seine linke Hand ruht auf dem Oberarm der Mutter. Sein Blick ist nach oben gewandt.

Eine Arbeit, die trotz erheblicher Verwitterungen ihre Ausstrahlung nicht verloren hat.

Gott der Vater schuf dich nach seinem Plan. Es nahm der Sohn aus dir die Menschheit an. Die Kraft des Geistes hat dich ganz erfüllt; die Liebe Gottes ist in dir enthüllt, o Maria. Gruß dir, Mutter, in Gottes Herrlichkeit, Mutter Gottes, Mutter der Christenheit, Stern der Hoffnung und Quell der Seligkeit. Gruß dir, Mutter, reich an Barmherzigkeit, o Maria.

Gotteslob Nr. 586, 4