Ein Epitaph

Das Epitaph ist im hinteren linken Hauptschiff am Aufgang zur Volksempore angebracht. Früher muss es an der Kirchen- oder Friedhofsmauer seinen Platz gehabt haben; um 1900 ist es auf einem Foto an der Stirnwand zur Sakristei auszumachen.

Um es vor weiterer Verwitterung zu schützen, hat man die um die Mitte des 15. Jahrhunderts entstandene Bildhauerarbeit in das Kircheninnere geholt.

Ein Epitaph (griech.: „das auf dem Grab befindliche“) ist ein Gedächtnismal für einen Verstorbenen und wurde an Wänden oder Pfeilern angebracht. Epitaphe waren vom 11. Jahrhundert an bis in das späte Mittelalter sehr beliebt.

Sie waren in folgenden Formen ausgebildet: in den Boden eingelassene, später meist denkmalhaft vor die Wand gestellte Grabplatten aus Stein oder Bronze; frei stehende, über dem Bodengrab errichtete Tumben (sarkophagartige Grabmäler meist mit der Gestalt des Toten versehen); Wandnischengräber, die aus einer Tumba in architektonischem, Nischen bildendem Rahmen bestehen; Reliefe, die vielfach den Toten - meist in kleiner Gestalt - anbetend vor Christus, Maria und Heilgen darstellen; diese haben häufig keine Verbindung zur Grabstätte mehr.

So auch die gotische Platte in unserer Kirche, die früher in der Außenwand der Kirche vermauert war.

Der Stifter ist knieend mit zum Gebet gefalteten Händen, die ein vom Kreuz herabfallendes Band halten, dargestellt. Vor ihm steht die ebenfalls betende Maria, auf der anderen Seite des Kreuzbalkens Johannes, die rechte Hand hörend nach oben gerichtet, in der linken eine Schriftrolle haltend. Am Boden ist im Vordergrund ein Totenschädel zu sehen.

Eine schöne und detailgetreue Arbeit, besonders auffallend die liebevoll gestalteten Faltenwürfe der Gewänder. Leider weist das Relief starke Verwitterungsspuren auf.

Paul Gerhardt (1656):

Wenn ich einmal soll scheiden,
so scheide nicht von mir.
Wenn ich den Tod soll leiden,
so tritt du dann herfür.
Wenn mir am allerbängsten
wird um das Herze sein
so reiß mich aus den Ängsten
kraft deiner Angst und Pein.“

(Gotteslob Nr. 179, 6)