Maria und Josef

Die beiden neugotischen Figuren, Maria und Josef, haben eine interessante Geschichte:

Von der Marienfigur wissen wir sicher, dass sie 1863 von dem aus Lothringen stammenden und längere Zeit in Münster ansässigen Bildhauer Johann Adam Ney geschaffen worden sind (die Gemeinde hat laut Rechnung vom 18.6.1863 für die Marien- und die Petronillastatue insgesamt 52 Taler gezahlt).

Spätestens 1833, als Ney's Tochter Elisabet geboren wurde, war er schon in Münster. Diese Tochter hat zunächst Malerei, dann aber Bildhauerei studiert und später die Werkstatt des Vaters übernommen. Von wem die Josefsfigur stammt, wissen wir nicht; da sie aber den beiden anderen Figuren sehr ähnlich sieht und auch die drei Figuren-Sockel gleich aussehen, kann man vermuten, dass auch sie aus der Ney'schen Werkstatt kommt.

Nun, Maria und Josef haben nicht immer in der Kirche gehangen, sie wurden 1982 in ziemlich ramponiertem Zustand von zwei jungen „Forschern“ aus der Gemeinde auf dem Dachboden wieder entdeckt. Nach der Restaurierung haben sie dann ihren Platz in unserer Kirche erhalten.

Schauen wir uns die beiden Figuren einmal etwas näher an:

Die schlanke Mariengestalt (etwa 120cm hoch) ist in ein leuchtend rotes Untergewand gekleidet. Ein blauer Mantel fällt von ihren schmalen Schultern in faltenreichen Bahnen zu Boden. In der Taille ist der Mantel gerafft, so dass das rote Kleid mit seinen Staufalten sichtbar wird. Eine Goldborde ziert den Mantelsaum und die weit ausladenden Ärmel. Den Kopf schmückt eine mit 12 Sternen verzierte Goldkrone. Sie steht auf einer Mondsichel (ein aus der griechischen Mythologie übernommenes Symbol) und zertritt - wie auch auf der Figur am Turm dargestellt – die Schlange. Auf dem linken Arm trägt sie das weiß gewandete Jesuskind, das seinerseits in der linken Hand die goldene kreuzbekrönte Weltkugel hält.

Die Gestalt des Josef ist ein wenig kräftiger geformt. Mit ernstem, aber freundlichem Gesicht schaut er den Betrachter an. Über einem bräunlichen Untergewand ergießt sich förmlich ein wallender, innen grüner und außen roter Mantel, der ebenfalls mit einer Goldborde verziert ist. Mit der linken Hand stützt er sich auf eine Säge als Berufszeichen und in der Rechten hält er ein Lilie, das Symbol der Reinheit.


Zwei interessante Figuren, die zurecht wieder ihren Platz in der Kirche haben.

Herr, lass uns wach sein für deine Zeichen – auch wenn du sie im Traum gibst; lass uns deiner Botschaft vertrauen – auch wenn wir ihretwegen unsere Gewohnheiten ändern müssen; lass uns dorthin gehen, wo du uns haben willst – auch wenn wir das Ziel nicht sehen; lass uns warten in der Gewissheit, dass du keinen vergisst, der um deines Planes willen in der Fremde lebt.

(unbekannter Autor)