Maria von der immerwährenden Hilfe

Die Ikone unter der Orgelempore, neben der stets Lichter brennen und vor der Menschen in Handorf wie weltweit immer noch ihre Sorgen ausschütten, hat eine bewegte Geschichte. Deshalb hat sie auch – obwohl nur eine Kopie – einen Platz in diesem Heft: Das Original stammt aus dem 13./14. J. aus der Gegend von Konstantinopel und ist um 1500 nach Kreta gekommen. Nach Zerstörung des Augustinerklosters, in dem sie aufbewahrt und als wundertätig verehrt wurde, wanderte sie ab dem Jahre 1789 hin und her, bis sie 1866 in der Kirche eines neu erbauten Redemptoristenklosters ihren endgültigen Platz findet. Wegen der vielen Wunder, die mit dieser Ikone in Zusammenhang gebracht werden, wird die Madonna 1867 mit einer Krone geschmückt. Über den Orden wird die Ikone weltweit verbreitet.

Das Original ist – wie unsere Kopie - 51 cm hoch und 40 cm breit. Sie ist im byzantinischen Stil auf Holz gemalt. Maria, auf Goldgrund und in halber Figur, trägt auf dem linken Arm das Jesuskind und hält die Rechte vor sich hin. Ihre Züge sind ernst und drücken Mitleid über den Schmerz des Kindes aus.

Ein dunkler Mantel bedeckt das Haupt und fällt über die Schultern herab, über der Stirn sieht man auf dem Mantel zwei Sterne. Die Säume von Mantel und Unterkleid sind mit Gold durchwirkt, Falten und Schattierungen des Gewandes sind ebenfalls durch goldene Linien betont.
Die Buchstaben rechts und links neben dem Kopf Mariens bedeuten Mutter Gottes. Die Zeichen über dem rechten Engel stehen für Erzengel Gabriel, die über dem linken für Erzengel Michael. Neben dem Jesuskind finden wir die vier griechischen Buchstaben „ICXC“ für Jesus Christus.

Das Kind auf dem Arm der Mutter ist in ganzer Figur dargestellt. Mit einem Ausdruck von Schmerz im Gesicht schaut es auf das Kreuz, das ihm Gabriel entgegen hält. Als wolle es Hilfe bei der Mutter suchen, umfasst es ihre Rechte mit beiden Händen. Wohl durch diese Bewegung des Entsetzens löst sich die Sandale vom rechten Fuß und fällt herunter.

Der Erzengel Gabriel hat neben dem Kreuz noch vier Nägel in seinen Händen, Michael auf der anderen Seite trägt ein Gefäß, in dem die Lanze und das Rohr mit dem Schwamm stecken.

Ein ausdrucksstarkes Bild, das uns nüchternen Menschen heute einen Eindruck darüber vermitteln kann, wie die Ostkirche seit dem 6 Jahrhundert die Ikone gesehen hat und bis heute noch sieht, nämlich als Vergegenwärtigung christlicher Wahrheiten und als Mittler zwischen dem diesseits und dem jenseits.

Gott, du hast die Mutter deines geliebten Sohnes zur Mutter und Helferin des christlichen Volkes bestellt. Gib, dass wir unter ihrem Schutz geborgen sind und
dass die Kirche sich eines dauerhaften Friedens erfreut. Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und wirkt in alle Ewigkeit. Amen.

- Gebet aus der Messe:
Maria, Hilfe der Christen -