St. Petronilla - Patronin unserer Gemeinde - Patronin unserer Kirche

Bereits um 1030 stand in Handorf (damals: Hoenthorp), das zur Dompfarrei Münster gehörte, eine kleine hölzene Kirche. Diese wurde von der Edelfrau Reinmod Richmondis, der aus dem Geschlecht Karls des Großen stammenden Gräfin von Kappenberg und Besitzerin vieler Güter im Münsterland, gestiftet und erbaut. Sie wählte die heilige Petronilla, die frühchristliche Märtyrerin zu Rom etwa 350 - 375 n.Chr., zur Patronin dieser ersten, kleinen Kirche.

Wer war  diese heilige Petronilla?

Über die heilige Petronilla  sind keine geschichtlich gesicherten Aufzeichnungen überliefert. Sie lebt in der Zeit des 3. zum 4.Jahrhhundert, also zu Zeiten der grausamsten Christenverfolgungen unter dem römischen Kaiser Diokletian. Geschichtliche Überlieferungen berichten von den christlichen Gemeinden, die sich nur im Verborgenen und damit in größter Gefahr zu Gottesdiensten versammeln können. Viele Gläubige werden wegen ihres christlichen Bekenntnisses verfolgt, gefangen gehalten, Tieren zum Fraß vorgeworfen oder erbarmungslos zu Tode  gefoltert. Auch Petronilla wird als treu bekennende Christin verfolgt und dem Tode ausgeliefert.

Wissenschaftliche Forschung sieht den Namen als eine Weiterbildung von Petronia an, d.h. er leitet sich von einem alten römischen Geschlecht der Petronier ab, welches etruskischer Herkunft gewesen sein könnte. Petronius Arbiter, ein „Schiedsrichter des guten Geschmacks“, war ein bekannter Günstling Neros.

Legenden des 5./ 6. Jahrhunderts  aber bezeichnen sie mangels wissenschaftlicher Forschungsergebnisse als die Tochter des Apostels Petrus. Dieser wird so  genannt, weil er wie  „ein  Fels“ sein sollte. Petronilla (lateinisch: die Kleine aus dem Geschlecht der Petronier) könnte man auch als geistige Tochter des Petrus bestimmen. Sie steht durch die Ergänzung ihres Namens mit der Endsilbe „illa“, einer Verkleinerungsform, für die Bezeichnung als „Tochter des
Felsens“ oder sinngemäß übersetzt: „Kleiner,harter Fels“. Dieses schließt ihre  legendäre Schönheit und überaus große Anmut  nicht aus.

Der Legende nach führt sie, die durch ihren Vater von einer Krankheit geheilt wird, ein tugendhaft vorbildliches Leben und lehnt nach einem eindringlichen Antrag des heidnischen Königs Flaccus  (nach  einer  Bedenkzeit) ab, seine Frau zu werden. Doch Petronilla bleibt trotz der für sie nun drohenden Gefahren standhaft in ihrem Glauben. Sie tritt deshalb nach legendären Berichten in einen  Hungerstreik und stirbt nach einer gewährten von Frist drei Tagen. Andere Legenden berichten aber auch von einem gewaltsamen Tod nach grausamer Folterung.

Sie, die junge, zarte Frau wird also wegen ihrer Haltung, die aus ihrem Glauben und ihrer Treue zu Christus erwächst, verfolgt und grausam dem Tode überliefert.
Alte Schriften bezeichnen sie auch deshalb als Märtyrerin für den Glauben. Sie wird in einem frühchristlichen, unterirdischen Grab, einer Katakombe beigesetzt und dort bereits im 4.Jahrhundert verehrt.

Papst Paul I. lässt den Sarkophag mit ihren Gebeinen im 8. Jahrhundert in das Mausoläum an der Alt-St. Peterskirche überführen.

Die heilige Petronilla ist die Patronin der Stadt Rom, die Schutzpatronin Frankreichs, der Gebirgsreisenden und der an Fieber Erkrankten.

Der 31. Mai ist in der Kirche der Gedenktag für diese Heilige, deren Namenstag man unter anderem z.B. auch in der Landwirtschaft gewisse Eigenschaften nachsagt:

  • Ist es klar an Petronell, messt den Flachs ihr mit der Ell!
  • Auf Petronellentag Regen, wird sich der Hafer legen!
  • Wer sein Feld bestellt zu Petronell, dem wächst derHafer prächtig schnell!

Martyrium der hl. Petronilla
(Elsässische Legende Aurea von 1418 / Blatt 385)

Blick in eine Katakombe

Domitilla-Katakombe
mit Darstellung der hl. Petronilla als Wandmalerei