Wie wird die hl. Petronilla in der Kunst dargestellt?

Darstellungen der heiligen Petronilla zeigen sie oft als züchtige Hausverwalterin mit einem Besen, die am Gürtel auch die Schlüssel des Hauses trägt. Die Ablehnung des königlichen Heiratsantrages verdeutlicht auf manchen Bildern der Ring, dessen Annahme sie verweigert, da sie ihrer Bindung an Jesus treu bleiben möchte. Ihr Leben und Sterben für den Glauben wird in manchen Darstellungen symbolisiert durch eine Märtyrerkrone und einen Palmzweig. Die große Bedeutung der Heiligen zeigen viele künstlerische Bildnisse durch die Jahrhunderte, hier nur einige wenige  Beispiele:

links: ein unbekannter Meister
rechts: Grablegung der hl. Petronilla - Giovanni F. Barbieri

links: Pignoni / 17. Jhd. - Petersburg
rechts: St. Petronilla - Siena

In der früheren Pfarrgemeinde St. Petronilla in Handorf (bis zur Fusion im Jahr 2010 eigenständige Pfarrei) gibt es ebenfalls einige Darstellungen dieser Patronatsheiligen:

Das Emblem (entworfen von Gundel Schuth) der früheren Pfarrgemeinde St. Petronilla in Handorf zeigt die heilige Patronatsheilige auf einem Delphin stehend.

Der Fisch (griechisch= ichtys - diese Buchstaben werden eingesetzt für: Christos Theou Hyios Soter, was Jesus Christus, Gottes Sohn, Heiland oder Retter bedeutet) gilt aber auch schon in den ersten Jahrhunderten als ein geheimes Zeichen (ausgehend von Mt 4,19) der verfolgten Kirche für Christus.

Das Bild zeigt eine  Wandzeichnung mit Fischen aus der Domitilla-Katakombe.

Seit dem frühen Mittelalter wird die Heilige immer wieder auf einem Delphin stehend dargestellt. Das greift auf eine griechische Sage mit Aphrodite zurück, die so sicher reitend über den Abgrund des Meeres gelangt.

Die  folgende Darstellung der heiligen Petronilla in Bronze von
Dr. Egon Lichte (angebracht am Pfarrheim St. Petronilla) nimmt diesen Fisch, einen Delphin, wie ihn das Emblem zeigt, wieder auf.

Eine weitere bildliche Darstellung zeigt eine  anmutige, horchende, nachdenkliche und vom  Geiste Gottes erfüllte, heilige Petronilla, die ein Buch, vermutlich die Bibel, im Arm hat. Aus den Wolken strahlt der Geist in Form von Licht auf sie aus. Denkbar wäre es, dass der unbekannte Künstler damit Glauben und Standhaftigkeit, die  diese Heilige aus  dem gelesenen und  gehörten Wort Gottes schöpft  auf diese Weise symbolisch so ausdrücken  will.

Dieser Bildstock wurde nach einer Restaurierung von der Sudmühlenstraße an den sicheren und würdigen Platz am Pfarrhaus am Petronillaplatz  umgesetzt.

 

1836 wird eine Figur der heiligen Petronilla für den Kirchenraum erworben. Sie ist ein Werk des Bildhauers Adam Ney, der aus Lothringen stammt und in Münster ansässig wird. Die Gemeinde zahlt, laut Unterlagen vom 18.06.1863, für die Marien- und die Petronillastatue 52 Taler.

Diese liebreizende, schlanke Gestalt, zeigt die gleiche sinnende Haltung wie das Bildnis der heiligen Petronilla aus dem vorgenannten Bildstock. Die einst farbige Darstellungerfreut heute nach einem Abbeizen durch die natürliche Farbgebung des warmen Materials Holz. Zusätzlich erzeugt die plastische und faltenreiche Formgebung des sie umhüllenden Gewandes die sehr eindrucksvolle Licht- und Schattenwirkung.